Dürener Sportförderung auf dem Prüfstand

Eine Geschichte in zwei Teilen.

Sportförderung ist wichtig. Sie hat einen sozialen Auftrag und soll die Vereine bei Ihrer wichtigen Arbeit für Jugendförderung und Integration unterstützen. Jahr für Jahr werden aus diesem Grund Steuergelder der Bürger über Zuschüsse an die Vereine der Stadt ausgezahlt.

Transparenter, nachvollziehbarer und wirtschaftlicher Umgang mit diesen Steuergeldern sollte dabei eine selbstverständliche Voraussetzung sein. Die Entscheidungen werden normalerweise im dafür zuständigen Sportausschuss getroffen.

Nun scheint aber nichts mehr so zu sein wie es sein sollte.

Teil 1:

Es begann schon im Februar. Da wurde plötzlich durch die Presse bekannt, dass die Pflegekostenzuschüsse der Stadt für Rasenplatzpflege durch die nutzenden Vereine direkt verdoppelt werden. Fraglich ist dabei jedoch, ob die Verdoppelung der Zuschüsse durch eine gleichzeitige Verdoppelung der Kosten gerechtfertigt ist. Warum der pauschale Zuschuss (ohne Nachweis der Kosten) im Sportausschuss der Stadt Düren, der für solche Entscheidungen normalerweise zuständig ist, nicht entschieden wurde, bleibt daher ein Geheimnis des Stadtrates.

Als Alternative hätte man genauso gut die Reduzierung oder Abschaffung der Gebühren für die Hallennutzung beschließen können. Das wäre dann fast allen Vereinen in Düren zugutegekommen.

Teil 2:

Im Juli dieses Jahres ging es dann munter weiter.

Mussten am 12.06. noch die Punkte „Schaffung weiterer Kunstrasenplätze“ von der Tagesordnung des Sportausschuss genommen werden, konnte plötzlich im Juli unter Umgehung des zuständigen Gremiums im Rat der Stadt Düren per Eilantrag darüber entschieden werden. Warum eigentlich so schnell auf einmal?

Ursprünglich war nur die Schaffung von zwei Kunstrasenplätzen, die Aschenplätze ersetzen sollten, angedacht.

Nun wurde darüber hinaus, am Sportausschuss vorbei, noch über einen weiteren zusätzlichen Kunstrasenplatz entschieden. Obwohl bereits vor mehr als zehn Jahren die Firma Rödl&Partner, die im Auftrag der Stadt Düren die Sportsituation in Düren begutachtet hatte, ein Sportentwicklungskonzept gefordert hat. Sie kam damals schon zu dem Schluss, dass Düren über ein Überangebot von Fußballplätzen verfügt, wodurch die Kosten für die Stadt auch entsprechend zu hoch seien. Im Jahr 2016 kam die Gemeindeprüfungsanstalt zu genau dem gleichen Ergebnis. Hier gibt es ein deutliches Einsparpotential.

Der Stadt-Sportverband Düren fordert bereits seit Jahren dieses Sportentwicklungskonzepts, das den wirtschaftlichen Umgang mit Sportfördergeldern sicherstellen soll. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihre Steuergelder grundsätzlich nach objektiven und nachvollziehbaren Kriterien vergeben werden.

Trotz des Überangebotes an Fußballplätzen soll nun ein zusätzlicher Kunstrasenplatz entstehen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die Höhe der Gesamtkosten für die Herstellung des 3. Kunstrasenplatzes für die Stadt Düren derzeit nicht absehbar ist. Hier muss noch vorab ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Des Weiteren sind umfangreiche vorbereitende Baumaßnahmen (u.a. Zufahrten, Parkplätze, Rückbau Tennisplätze) nötig.

Fragwürdig wird der Beschluss zusätzlich, dass der betroffene Verein bis zur endgültigen Erstellung den ebenfalls neu zu schaffenden Kunstrasenplatz bei Alemannia Lendersdorf mit nutzten soll. Das wiederum zeigt doch, dass eine wirtschaftlichere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur durchaus möglich wäre. Warum die Stadt dann eine unnötige Investition tätigen soll, die Steuergelder für zusätzlich mehrere Hundertausend Euro binden wird, ist das Geheimnis des Stadtrates. Viel Geld, das für Investitionen in die Infrastruktur von Schulen und bestehenden Sportstätten, die in einem zum Teil kläglichen Zustand sind, fehlen könnte. Wie hoch die Gesamtkosten am Ende sein werden, sollte in der Regel vor einer Investitionsentscheidung feststehen. Es bleiben offene Fragen.

Nur ein Sportentwicklungskonzept für Düren mit transparenten, nachvollziehbaren und objektiven Kriterien, die die Vergabe von Sportfördermaßnahmen regelt, schafft endlich klare Regeln, die unzweifelhaft sind. Fragwürdige Entscheidungen, wie jetzt geschehen, gehören der Vergangenheit an.  Das haben alle Ehrenamtler und Mitglieder in den Vereinen, die sich mit dem Sport für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration einsetzen, verdient. Auch müssten sich Mitglieder des Stadtrates nicht, wie jetzt möglich, einen unnötigen Befangenheitsvorwurf aussetzen lassen. Also eine Win-Win-Situation.

Für den Vorstand des Stadt-Sportverband Düren

Udo Biege
Vorsitzender


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